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Wer hat die Nase vorn? |
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Foto: Ruppert |
"Das ist ein toller Triumph für Würzburg", freute sich
Oberbürgermeisterin Pia Beckmann und entwickelte schon einmal die
Vision, dass der Residenz-Lauf vielleicht ja bald dem Paderborner
Osterlauf den Rang als wichtigster 10-km-Straßenlauf in Deutschland
abnehmen werde. Von der Stimmung her hat er das schon seit längerem
geschafft, diesmal klappte es auch aus rein sportlichen Gesichtspunkten.
So schnell wie der Kenianer Moses Kigen (27:48 Minuten) war auf
Deutschlands Straßen bislang noch kein 10-km-Läufer unterwegs. Dabei war
der erst 20-Jährige bei der in Würzburg versammelten Gilde der
Lauf-Manager nicht auf der Liste der Favoriten gestanden. Namensvetter
und Landsmann Wilfred Kogen, der in Würzburg schon bestens bekannte
Tendai Chimusasa (Simbabwe) und vor allem der auf der Bahn im letzten
Jahr weltweit viertschnellste 10 000-m-Läufer Albert Chepkurui
(Kenia/26:50,67) waren weit höher eingeschätzt worden. Sie alle aber
landeten diesmal im geschlagenen Feld: Chepkurai als Fünfter, Kigen als
Sechster und Chimusasa gar nur auf Rang 17, drei Plätze und 20 Sekunden
hinter dem schnellsten Deutschen, Michael Wolf aus Leverkusen.
Zwei 2,5-km-Runden lang vermochte ein Quartett dem flotten Tempo des
"Hasen" Abraham Tandol zu folgen. Als der nach fünf Kilometern ausstieg,
liefen Moses Kigen, Valentine Orare und Albert Chepkurui vorneweg. Mitte
der dritten Runde musste dann Chepkurui abreißen lassen. "Ich hatte
Probleme mit meiner linken Seite. Immer, wenn ich forcieren wollte,
bekam ich Schmerzen. Weil ich auf keinen Fall aufgeben wollte, musste
ich meine beiden Trainingskollegen ziehen lassen", suchte der Favorit
später nach Erklärungen. Immerhin versprach er, wiederkommen zu wollen.
"Mein Job war, hier zu gewinnen. Den habe ich nicht erledigt, also werde
ich dies im nächsten Jahr nachholen", sagte der 22-Jährige.
Gerne wieder nach Würzburg kommen würde auch der zwei Jahre jüngere
Moses Kigen. "Der Lauf war wegen des starken Windes zwar schwierig, aber
auch sehr schön. Es macht mir einfach großen Spaß, in Runden zu laufen.
Das liebe ich", sagte der Sieger, der seinen härtesten Widersacher Orare
(27:50 Minuten) 300 Meter vor dem Ziel mit einem wuchtigen Antritt die
entscheidenden Meter abgenommen hatte.
Großen Spaß hatten auch die drei unterfränkischen Teilnehmer. Deren
Schnellster, der Reichenberger Wolfgang Pulzer (LG Haßberge), hätte mit
seiner Zeit von 32:56 Minuten bei den Frauen immerhin Rang drei belegt,
so reichte es "nur" zu Platz 27. Direkt hinter ihm landete Rainer
Merthan (TSV Gerbrunn/33:01), den Abschluss bildete Ulli Pfuhlmann (LG
Haßberge/34:04) als 31. "Eigentlich wollte ich ja schneller als die
beste Frau sein", sagte Pulzer, "aber mir fehlte nach einer Woche Urlaub
mit viel Rad fahren noch der totale Biss. Trotzdem war es klasse".
Rundum zufrieden waren auch Merthan und Pfuhlmann, für die es
"unverständlich" ist, dass nicht mehr Läufer aus Unterfranken die
Herausforderung mit Top-Läufern suchen. "Jeder, der da nicht mitläuft,
ist selbst schuld", sagte Merthan.
Nur drei Frauen waren gestern schneller als der Gerbrunner, allesamt
aus Kenia. Am flottesten von diesem Trio war Caroline Kwambai unterwegs
(32:26). Im Ziel lag sie elf Sekunden vor der Vorjahressiegerin Lenah
Cheruiyot und 30 vor Christine Chepkonga. |