36. GutsMuths-Rennsteiglauf Supermarathon

Eisenach Freitag 16.05.2008

Aufgeregt bin ich schon, 72,7km, das ist verdammt weit. Marathon bin ich schon öfters gelaufen, jedes Mal war ich froh wenn das Ziel erreicht war. Warum dann noch 30km weiterlaufen?

Nun sind wir in Eisenach. Etwa 1800 Supermarathonis treffen sich hier am Festzelt und feiern bei der Knödelparty den folgenden Tag. Viele kennen sich. Die Magie des Supermarathons zieht viele in den Bann und diese kommen dann immer wieder, bis in das hohe Alter.

Samstag 17.05.2008

4:30 Uhr, Zeit zum Aufstehen, um 5:00 Uhr wird gefrühstückt. 5:30 Uhr Startnummer umbinden, ab zum Startbereich in der Eisenacher City.

Normalerweise schlafe ich zu dieser frühen Stunde noch, heute ist alles anders. 6:00 Uhr, Start, es geht los.

Wenige hundert Meter geht es durch die City, dann beginnt sofort der Anstieg. Mit kleinen Unterbrechungen geht es nun 25km immer weiter nach oben. Immerhin 700 Höhenmeter.

Mein Freund Helmut erzählt mir unterwegs alles über die Strecke, er ist Wiederholungstäter. Dies ist sein 24. Rennsteiglauf und bestimmt nicht sein letzter. Der Trainingszustand von Helmut ist eigentlich noch schlechter als meiner. Zeit für lange Läufe haben wir keine gehabt. Das Ziel heißt ankommen und genießen.

Mittlerweise regnet es, aber das stört nicht, Landschaft pur, da gehört auch Regen dazu. Wir genießen die frische Luft und freuen uns auf die tollen Verpflegungsstationen. Kaum zu glauben was hier angeboten wird. Tatsache ist, dass es hier absolut toll ist und die Freude auf den nächsten Verpflegungsstand verfolgt uns ständig.

Das Rennsteiglauf-Menue:

Schmalzbrot, Butterbrot mit Schnittlauch, Käsebrot, Salamibrot, geräucherte Würste, Wiener mit Senf oder Ketchup und Schleim.

Hafer-Schleim natur, Heidelbeer- Erdbeer- Organgengeschmack. Vor dem Lauf konnte ich mir nicht vorstellen das zu essen. Nun kann ich nicht genug davon bekommen. Bei den Leckereien steht auch häufig eine Schale mit Salz, um den Salzverlust auszugleichen. Beinahe hätte ich das beste vergessen, Bier und........... Die Vielfalt der Verpflegung ist einzigartig.

Die Helfer sind trotz des Regens alle sehr freundlich und haben kein Problem damit, das sie mittlerweile auf uns beide warten müssen. Wir sind fast die letzten. Nur noch 2 Teilnehmer sind hinter uns, darunter ein 80jähriger.

Bei km 42 kommt wieder ein knackiger Anstieg. Es geht zu Ende mit meiner Kraft. Ich schleppe mich den Berg hoch und kann mich fast nicht mehr auf den Beinen halten. Ich habe das Gefühl nach rechts umzukippen. Ich laufe total krumm. Es wird mir klar, dass ich die 72km nicht schaffen werde. Bei der Zeitmeßstelle am Grenzadler bei km 55  gebe ich auf. Helmut muss alleine weiter.

Mit meiner Frau Evi und Elke fahre ich nun in Richtung Ziel nach Schmiedefeld. Nach fast 13 Stunden erreich Helmut die Ziellinie, glücklich es geschafft zu haben. Ich bin traurig und freue mich für Ihn.

Der Supermarathon, ein Lauf für Supermänner? Ich bin kein Supermann, der Spaß am Laufen steht für mich im Vordergrund. Mehr als 42,195 km werde ich nicht mehr laufen, da bin ich mir ganz sicher.

Danke an alle die bei dieser tollen Veranstaltung mitgewirkt haben.

Günter Herrmann, 55km Rennsteigläufer 2008

 

Anstiege gesamt: 1490m

Abstiege gesamt: 989m

Höhendifferenz: 2479m

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